Zeitgemäßer Advents- und Weihnachtspsalm

(Kirche und Leben – Familienjournal)
[von Jan Magunski]

Komm, du Heiland aller Welt, komm zu uns, in uns’ren Tagen,
sieh auf all der Menschen plagen, vor die uns die Zeit heut’ stellt.
Hilf, die Erde zu erhalten, uns’re Zukunft zu gestalten.
Ohne dich, das zeigt die Zeit, überwiegen Krieg und Leid.

Komm nach Haus, ins heil’ge Land, wo so viele Religionen
engstens beieinander wohnen: Land, das nie zur Ruhe fand.
Bombenterror folgt Raketen, „Zahn um Zahn“ erklärt das Töten?
Doch in deinem Namen wird so manch Leben ausradiert.

Komm, schau dir den Schrecken an, denn so mancher Terrorgruppe
ist ein Menschenleben „schnuppe“: Sie enthauptet Mann um Mann.
Doch der Grund der Perversionen liegt in tiefen Aggressionen
Weltweit mehr Gerechtigkeit ändert vieles, auch dies Leid.

Komm, du Heiland, auch dahin, wo mit immer neuen Waffen
Menschen Angst und Unruh’ schaffen: Kriegsspirale ohne Sinn.
Doch daheim klingeln die Kassen, darum will es niemand lassen,
darum boomt, beinah wie nie, uns’re Rüstungsindustrie.

Komm, du großer Friedensfürst, komm zu Putin und Getreuen,
dass sie einseh’n und bereuen. Dass du sie im Innern rührst.
Dass mit Weisheit sie regieren, weiterblickend operieren:
Lehr die Herrschenden Benimm und gib Frieden auf der Krim.

Komm doch auch nach Pakistan zu den Mädchen und den Frauen,
deren Leben meist ein Grauen ist aufgrund der Männer Wahn.
Oft verstümmelt und entrechtet, dumm gehalten und geknechtet.
Sei du Bruder, der sie stützt, der die kleinen Schwestern schützt.

Komm, du Richter, schaffe Recht, komm in die Vereinten Staaten,
wo so viele Schwarze warten: Opfer im Justizgeflecht.
Alle Selbstjustiz beende, Recht – Gerechtigkeit – aussende!
Auch die CIA belehr’, was legal ist. Menschlich. Fair.

Komm, und geh nach Afrika. Dort entstehen neue Seuchen,
unterstützt von alten Bräuchen, dort kämpft man mit Ebola.
Und die Opfer infizieren längst nicht mehr allein die Ihren :
Ebola erfasst die Welt. Komm, du Heiler, sanfter Held!

Komm auch raus aufs Mittelmeer, mögst die Flüchtlingsboote entern,
die sonst in den Fluten kentern, als ihr Steuermann und –herr.
Einstmals drohtest du den Wogen, und der Sturm ist abgezogen.
So halt machtvoll deine Hand übers ganze Abendland.

Komm, du Heiland, dieses Jahr, denn wir brauchen deinen Segen
auf den vielen Menschenwegen: hier, weltweit – sei für uns da!
Lass uns aber auch erkennen, wo wir selbst verbessern können.
Denn du hast uns angeschaut – und die Erde anvertraut.

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1 Antwort zu Zeitgemäßer Advents- und Weihnachtspsalm

  1. Jule sagt:

    Hast Du aber schön gedichtet.
    Wunderbar politisch korrekt.
    Auch schön das I-Wort* vermieden.
    Nun wissen alle, wer die Guten und wer die Bösen sind.

    Nur wissen wir immer noch nicht, warum wir eigentlich Jesus brauchen.
    Als Tarnbezeichnung für eigene Weltrettungsprogramme?
    Als Deckmantel menschlicher Allmachts- und Besserwisserphantasien?

    Ich wünsche Dir, daß Du einmal in Deinem Leben wie Paul Gerhard sagen kannst:
    Ich steh‘ an deiner Krippe hier,
    o Jesu, du mein Leben;
    ich komme, bring‘ und schenke dir,
    was du mir hast gegeben.
    Nimm hin, es ist mein geist und Sinn,
    Herz, Seel‘ und Mut, nimm alles hin
    und laß dir’s wohl gefallen.

    Liebe Grüße und Gottes Segen zu Weihnachten 2016

    Jule

    (*jene Religion, die die meisten Terroristen hervorbringt)

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