Geschichte 1866 – 1939

So war der Beginn:

1866 Eröffnung des Schulbetriebes in zwei Häusern der Bahnhofstraße mit 101 Schülerinnen; erster Direktor: Dr. Otto Karls aus Barmen (bis 1890).

1871 Umzug in den Neubau an der Schützenbahn (1943 durch Bomben zer­stört). 1874/75 bereits neun Klassen; „Vollanstalt“

1890 Zusammenlegung mit der städt. „Töchterschule II“; Direktor bis 1900 war
Dr. C.Kluge.

1906 Nach dreijähr. Bauzeit wird der neue, repräsentative Jugendstilbau am Bismarckplatz von 35 Lehrkräften u. 825 Schülerinnen bezogen; unter Direkt. Dr. Ludwig Fröchtling (1901 bis 1906) werden realgymnasiale Fortbildungskurse u. die erste sog. Lehrerinnenbildungsanstalt in Es­sen eingerichtet. l907-09 leitete Dr. Raßfeld die Schule.

1909Umwandlung in eine „reform-realgymnasiale Studienanstalt“, nach­dem die Frauen (Helene Lange!) ihre Zulassung zu den Universitäten durchgesetzt hatten; 1909-14 Dr. Friedrich Fitsehen Direktor.

1912Wegen zu starker Nachfrage (1006 Mädchen) Abzweigung einer 2. Mädchenschule: Viktoriaschule. Die Stammanstalt erhielt nun ihren Namen nach der Königin Luise. Die Studienanstalt kam zur Viktoria­schule, das Lehrerinnenseminar und die Frauenschule blieben mit 846 Schülerinnen am Bismarekplatz. Neue Bezeichnung „Lyzeum“, ab o­bersekunda „Oberlyzeum“; die drei wissenschaftl. Oberstufenklassen führten zur Reifeprüfung u. eröffneten den Zugang zur Universität.

1919 Durch Änderung des Schulsystems (Grundschule: für alle Kinder) und Schaffung von „Pädagogischen Akademien“ (Ausbildung für Volks­schullehrer) Existenzkampf der Luisenschule als Vollanstalt mit Stu­dienberechtigung.

1923 Erste „Reifeprüfung“ des Oberlyzeums, als gleichberechtigt der einer Studienanstalt, von Direktor Max Kämmerer (1917-1924) erwirkt.

1925 Reform stellt die höheren Mädchenschulen (Oberlyz.+Studienanstalt) den Jungenschulen völlig gleich. Gründung einer dritten höheren Mäd­chenschule.

1926 – Neuer Direktor wird Dr. Ewald Wasserloos (bis 1935); Feier des 60jähr. Jubiläums der Luisenschule; Gründung des Altschülerinnenbun­des durch Studienrätin Elisabeth Knoch; 46 Lehrkräfte und 900 Schülerinnen an der Luisenschule.

1928/29 – 918 Schülerinnen in 30 Klassen

1929 Ostern: Beginn der „dreijährigen Frauenschule“

1934 Wegfall des „Turnlehrerinnen-Seminars“ (Sophie Dapper)

1935 – „Oberlyzeum“ und „Frauenoberschule“ werden zur „Oberschule für Mädchen, sprachl. und hauswirtschaftl. Form“
Dr. Ewald Wasserloos erfährt Abberufung als Direktor und wird Oberschulrat in Koblenz. Neuer Direktor unserer Schule wird OStDir Wilh. Lindenberg.

1936/39 Schulwesen der Stadt Essen nach sich: Die Lyzeen in Steele und Borbeck geben auf; alle konfessionellen Privatschulen werden ge­schlossen (auch BMV und Maria Wächtlerschule). Die heimatlosen Schülerinnen und Lehrkräfte drängen zur Luisenschule. Folge: 1100 Sch. in 32 Klassen, 58 festangestellte u. 9 Hilfslehrer. Der Überhang von wissenschaftl. Lehrkräften führt zur Einrichtung von „Lehrgän­gen für Lehrbefähigung in Hauswirtschaft u. Nadelarbeit“ (Umschu­lung!). Wegen der Überfülle der Luisenschule sollen 18 Klassen in das Gebäude der BMV verlegt werden.
K r i e g s a u s b r u c h: Dir. Lindenberg und einige Lehrer werden zum Wehrdienst eingezogen. Dr. Ortmann übernimmt die Interimis­tische Leitung. Das Schulgebäude wird beschlagnahmt, der Schulbe­trieb in die Viktoriaschule verlagert.